„Nur die Kunst wird die Welt verändern“ – dieses Credo prägt das künstlerische Selbstverständnis von Frank N. Seine Arbeiten sind eine Hommage an die Zerbrechlichkeit des Lebens und an jene besondere Form von Schönheit, die selbst im Unvermeidlichen und Vergänglichen aufscheinen kann. Zwischen Melancholie und Hoffnung, zwischen Trost und Herausforderung öffnen seine Bilder Räume der Reflexion. Sie erinnern daran, dass selbst im dunkelsten Moment ein Funken Schönheit existieren kann.
Innerhalb der Ausstellung Die vier Sterblichen präsentiert Frank N Werke aus zwei zentralen Werkkomplexen seines Schaffens: dem Engelszyklus sowie der Serie Parallelen. Beide Werkgruppen stehen exemplarisch für sein künstlerisches Interesse an Übergängen – zwischen Diesseits und Jenseits, Vergangenheit und Gegenwart, Inspiration und Transformation.
Engel und Dämonen
Wann, wo und wem Engel erstmals in „dieser“ Welt begegneten, bleibt ein Rätsel. Klar ist nur: Sie erscheinen im Geflecht von Glauben und Religion.
In der Genesis werden sie als bei der Schöpfung erschaffene Wesen erwähnt. Christentum, Judentum und Islam zeigen sie meist in Menschengestalt, Gott untertan und als Boten zwischen Himmel und Erde. Dämonen sind verwandt, doch als böse gezeichnet, Engel als gut. Luzifer war auch einst ein Engel, bis er rebellierte.
Selten tauchen Engel namentlich in der Bibel auf, oft männlich, während die Kunst sie eher als junge Frauen, Knaben oder androgyne Wesen malt. Flügel tragen nur einige. Ihr wahres Wesen bleibt verborgen.
Frank N greift diese ikonografischen und mythologischen Traditionen auf und übersetzt sie in zeitgenössische Bildwelten, in denen Engel und Dämonen weniger als religiöse Figuren denn als Sinnbilder innerer Zustände erscheinen.
Die Werkserie Parallelen widmet sich hingegen den Bezügen innerhalb der Kunstgeschichte. Parallelen in der Kunst beschreiben Ähnlichkeiten und Verbindungen zwischen unterschiedlichen Werken, Stilen oder Künstlern und machen kunsthistorische Entwicklungen ebenso sichtbar wie gegenseitige Einflüsse. Nachdem Frank N in seiner eigenen Arbeit immer wieder zufällig auf solche Resonanzen gestoßen war, begann er, sich bewusst mit diesem Phänomen auseinanderzusetzen.
Seine Arbeiten bewegen sich dabei zwischen der Interpretation ganzer Stilrichtungen und der direkten Auseinandersetzung mit einzelnen Künstlern oder konkreten Werken. Im Laufe der Jahre hat er sich unter anderem auf Positionen von Pieter Bruegel, Leonardo da Vinci, Edward Hopper, Gustav Klimt, Pablo Picasso, Peter Paul Rubens und Andy Warhol bezogen. In diesen künstlerischen Dialogen entstehen Bildräume, in denen Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen und neue Bedeutungen hervorbringen.
So verbindet Frank N in Die vier Sterblichen zwei Perspektiven seines Schaffens: die Auseinandersetzung mit universellen, existenziellen Motiven und den reflektierenden Blick auf die Geschichte der Kunst. Beide Ansätze kreisen um dieselbe Frage: Wie lässt sich menschliche Erfahrung – in all ihrer Fragilität – in Bilder übersetzen, die über ihre Zeit hinaus wirken?
Frank N studierte Film und Fotografie in Dortmund und in Buffalo, New York. In seiner Arbeit bewegt er sich an der Schnittstelle zwischen Film, Fotografie und Digital Art und lässt diese Medien oft miteinander verschmelzen.
In den Neunzigern und Nullerjahren drehte er zahlreiche Kurzfilme, Dokumentarfilme und Musikvideos. Unter anderem entstanden Kooperationen mit Joseph Bowie (Defunkt) und Mitgliedern vom Tanztheater Wuppertal (Pina Bausch).
Seine Filme liefen auf internationalen Festivals und wurden im Fernsehen ausgestrahlt, unter anderem auf ARTE TV. Seine Tanzfilme sind archiviert im Deutschen Tanzarchiv Köln.
2020 gründete der Springmann-Preisträger die Open Alliance for Arts (OAA). Ebenfalls seit 2020 ist er Mitglied in der BKG und dort im Vorstand und als Pressesprecher tätig.
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