Die vier Sterblichen ist eine Ausstellung über das, was gern verdrängt wird – und trotzdem immer da ist. Über sieben Monate hinweg treffen Arbeiten von Christiane Mamok, Andreu Ginestet, Frank N und Gerhard Rossmann auf einen Ort, an dem Endlichkeit nicht Theorie, sondern Alltag ist: das Bestattungsinstitut Edith Sonnenschein.
Eingeladen von Bestattermeister Philipp Harnisch, besetzen die vier Kunstschaffenden Räume, die sonst dem Abschied gehören. Kunst und Tod stehen hier nicht gegenüber, sondern nebeneinander. Ohne Pathos, ohne Trostversprechen.
Die Positionen könnten unterschiedlicher kaum sein:
Christiane Mamok zeigt Trauer als Zustand mit vielen Gesichtern – widersprüchlich, leise und laut zugleich. Andreu Ginestet versteht Kunst als Gegenwehr, als Mittel gegen die Angst vor dem Ende. Frank N öffnet mit Engeln und parallelen Bildwelten Räume jenseits linearer Zeit. Gerhard Rossmann denkt radikal: über einen Tod vor und nach dem Leben – und über das Dazwischen.
Was diese Arbeiten verbindet, ist kein Stil und keine Botschaft, sondern ein geteiltes Wissen: Sterblichkeit ist keine Ausnahme, sondern Voraussetzung.
Die Architektur des Ortes verstärkt diese Spannung. Unter den Bögen der ehemaligen Nordbahntrasse, heute ein öffentlicher Bewegungsraum, entstehen Innen- und Außenflächen, Übergänge, Brüche. Genau dort setzt die Ausstellung an: zwischen Alltag und Endlichkeit, zwischen Gehen und Bleiben.
Die vier Sterblichen ist keine Ausstellung über den Tod. Sie ist eine Ausstellung darüber, was es heißt, hier und jetzt zu leben.
Die vier Sterblichen
Ausstellung vom 21. Februar bis zum 04. Oktober 2026
Öffnungszeiten:
Mo - Fr von 12-16 Uhr und jeden 1. und 3. Sa im Monat 10-14 Uhr
oder nach telefonischer Vereinbarung: 0179 1007488
Edith Sonnenschein
Bestattungen & Trauerbegleitung
Carnaper Straße 6
42283 Wuppertal
www.sonnenschein-bestattungen.de
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