Unangepasst und von einer konsequenten Materialehrlichkeit geprägt bewegt sich die Kunst von Christiane Mamok abseits rein dekorativer Ansprüche.
Die Grundlage ihres Schaffens bildet das Zeichnen − ein Seziermesser für ihre Beobachtungen des Menschlichen. In ihren Collagen und Objekten findet ein bewusster Upcyclingprozess statt: Alltagsgegenstände werden ihrer ursprünglichen Funktion beraubt und in einen neuen, oft rohen Kontext gesetzt. Ziel ihrer Arbeiten ist nicht das Schmücken, sondern die Konfrontation. Ihre Werke suchen die Resonanz, wollen treffen und emotionale Räume öffnen.
Christiane Mamoks künstlerischer Weg ist untrennbar mit ihrer pädagogischen Biografie verbunden. Aus der jahrelangen professionellen Beobachtung zwischenmenschlicher Dynamiken hat sich für sie eine tiefe Sensibilität für das Unausgesprochene entwickelt, die heute den Kern ihrer Arbeit bildet. Häufig sind einzelne Wortgefüge, Fragmente aus Songtexten oder jahrzehntealte Zitate Teil ihrer Kunst.
Exemplarisch für die Verarbeitung von menschlicher Trauer im Werk von Christiane Mamok ist ihre Version von Caspar David Friedrichs "Wanderer über dem Nebelmeer". Ihre Version ist gleichzeitig eine haptische Auseinandersetzung mit Melancholie,
Vergänglichkeit und dem existentiellen Aufbruch. Diese Collage, fernab der Ölmalerei, sucht die körperliche Präsenz des Ursprungsgefühls − der Einsamkeit − durch eine Kompostion aus organischen Materialien. Christiane Mamok lebt und arbeitet in Wuppertal.
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